Einmal in der stimmungsvollsten Handball-Arena Europas live bei einem Löwenspiel dabei sein. Vor allem dieser Gedanke trieb eine Gruppe von 17 Baden Lions Anfang November auf die rund 1000 Kilometer lange Reise von Baden nach Ungarn. Und es wurde nicht nur sportlich betrachtet ein unvergessliches Wochenende.

Mitten in der Nacht, einige waren gerade vom Bundesligaspiel gegen den Bergischen HC zurück, machten sich zwei Kleinbusse auf den Weg nach Veszprem.  Nach rund zehnstündiger Fahrt wurde das Ziel erreicht und nach einer kurzen Erholungspause im gemütlichen, mediterranen Hotel Oliva ging es in Richtung Plattensee zu einer Weinverkostung. Das Besondere dabei waren aber nicht nur die edlen Tropfen: Die Besitzer des Weingutes erwiesen sich außerdem als große Handballfans und Anhänger von Veszprem, einer ersten Vorabanalyse der am nächsten Tag stattfindenden Begegnung stand also nichts mehr im Wege. Nach einem Abendessen im Hotel verabschiedete man sich nach und nach auf die Zimmer, schließlich galt es für den Champions League Kracher fit zu sein.

Sonnenschein und Temperaturen von 20 Grad luden am nächsten Morgen ein zu einer weiteren Fahrt zum rund 15 Minuten entfernten Balaton. Bei einem Spaziergang am Ufer des Sees konnten die Fans noch einmal ihre Seele baumeln lassen und sich gedanklich auf das Spiel einstimmen. 

Abends an der Arena angekommen, versammelten sich die Löwenfans zunächst an der Statue, die für den ehemaligen Veszpremer Kreisläufer Marian Cozma aufgestellt wurde. Der rumänische Nationalspieler kam im Februar 2009 durch Messerstiche in einer Diskothek ums Leben. Dabei wurde auch der ehemalige Löwe Zarko Sesum schwer verletzt. Kurz vor dieser tödlichen Attacke war ein Wechsel Cozmas zu den Löwen bereits in die Bahnen geleitet worden. Die Baden Lions gedachten dem Spieler mit einem Blumengruß und nach diesen nachdenklichen Momenten ging es dann rein in die berüchtigte Handballfestung. 

Und die ungarischen Fans in der Arena wurden ihrem Ruf als stimmungsvolles Publikum mehr als gerecht. Bereits vor dem Anwurf verwandelten sie die restlos ausverkaufte Halle in einen unglaublichen Hexenkessel. Prägnante Gesänge und durchgestylte Choreographien sorgten zusammen mit den fast ausschließlich in rot gekleideten Fans für eine fantastische Atmosphäre und neben klingelnden Ohren auch für Gänsehautstimmung pur. Aber auch die insgesamt rund 40 Löwenfans taten ihr Bestes, um ihr Team lautstark zu unterstützen. Und diese Anstrengungen wurden letztlich auch belohnt: Mit 29:28 holten sich die Jungs ihren ersten Sieg in Veszprem überhaupt.

Dieser besondere Sieg wurde natürlich auch gebührend gefeiert: Zunächst mit der Mannschaft am Bus und später im Hotel. Etwas müde, aber glücklich ging es am Sonntag dann zurück auf die zähe Rückfahrt in Richtung Heimat.

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